Freie Christengemeinde Ecclesia Laupheim

Predigtreihe – Ich-bin-Worte

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In den nächsten Wochen beginnen wir eine neue Predigtserie. Wir werden uns in den Gottesdiensten mit den 7 „Ich bin“-Worten Jesu beschäftigen. Als kleiner Vorgeschmack und Einstimmung in das Thema, hier einige Gedanken zum Thema vorweg.

Die sieben „Ich bin“-Worte Jesu finden wir im Johannes­evangelium. Jeder, der alle vier Evangelien schon gelesen hat, wird feststellen, dass sich die drei ersten Evangelien relativ ähnlich sind (man spricht von den „synoptischen“ Evangelien – griechisch für „zusammen sehen“), während das vierte, das Johannesevangelium sich ziemlich deutlich unterscheidet. Johannes hat einen ganz anderen Ansatz, als Matthäus, Markus und Lukas. Das sehen wir schon deutlich am Anfang des Evangeliums: Johannes beginnt nicht mit der Geburt (wie Matthäus und Lukas) oder dem Dienst Jesu (wie Markus), sondern er beginnt ganz vorne: „Am Anfang war das Wort…“ Damit macht er den Schwerpunkt seines Evangeliums klar: Jesus ist das Fleisch gewordene Wort Gottes, der von aller Ewigkeit her war und der aus dem Himmel auf diese Erde gekommen ist. Während vor allem im Lukasevangelium die Menschlichkeit Jesus im Vordergrund steht, stellt Johannes die Göttlichkeit Jesu in den Vordergrund. Ein Stilmittel, das er dabei gebraucht, sind die 7 Aussagen Jesu, die mit „Ich bin…“ anfangen. Um das verstehen zu können, müssen wir ein wenig zurück blenden.

Als Mose am Berg Sinai von Gott berufen wurde, da stellt er eine zentrale Frage (2.Mos 3,13): „«Wenn ich nun zu den Leuten von Israel komme und zu ihnen sage: Der Gott eurer Vorfahren hat mich zu euch geschickt, und sie mich dann fragen: Wie ist sein Name? – was soll ich ihnen sagen?» Und Gott nennt zum ersten Mal seinen Namen(2.Mos 3,13b): „«Ich bin» hat mich zu euch gesandt.“ Dieser Name Gottes hat im Hebräischen nur vier Buchstaben: JHWH, ist schwierig zu übersetzen und wurde von den Juden über die Jahrhunderte aus Ehrfurcht niemals ausgesprochen, sondern immer durch „Adonai“ (der Herr) ersetzt. Luther hat dies in seiner Übersetzung aufgegriffen und überall dort, wo im Hebräischen Original „JHWH“ stand „der Herr“ übersetzt. Und eben dieser heiligste Name Gottes klingt im Johannesevangelium immer wieder durch, wenn Johannes Jesus zitiert: „Ich bin der Weg… Ich bin das Brot des Lebens… Ich bin der gute Hirte…“.

Dass also ausgerechnet Johannes, der Jesus als den Sohn Gottes, als das Fleisch gewordene Wort, ja als Gott selbst darstellen will, dass er sieben Zitate Jesu mit den Worten „Ich bin…“ beginnen lässt, ist wohl kaum ein Zufall. Die Botschaft ist klar: Jesus selbst ist der „Ich bin…“, der sich in Menschengestalt offenbart.

Entsprechend sind die einzelnen Aussagen sehr vielsagend: Jesus bezeichnet sich als guter Hirte (ein Titel, den David ursprünglich Gott zugedacht hatte (Ps. 23), als das Brot des Lebens, das Licht der Welt, als den Weg, die Wahrheit und das Leben. Damit lässt Johannes keinen Zweifel daran, wer Jesus war und ist.

In den nächsten Wochen wollen wir uns gemeinsam auf die Reise machen und diesen Jesus besser kennen lernen. Auf unserem Weg zur „Ecclesia 4.0“ wollen wir lernen, was es heißt, immer mehr zu werden wie Jesus, Ihm ähnlicher zu werden, uns so zu verhalten, wie Jesus es an unserer Stelle getan hätte. Es ist unser Wunsch, dass die Menschen in unserer Umgebung das bestmögliche Bild von Jesus bekommen, dass sie sehen, wie liebevoll, wie barmherzig, wie gütig und zuverlässig unser Gott ist. Bist du dabei?

 



Termine

18.06.2017: Einführung – “Ich bin – Gott offenbart sich selbst” (Wolfgang Hutter)
02.07.2017: “Ich bin das Brot des Lebens” (Wolfgang Hutter)
09.07.2017: “Ich bin das Licht der Welt” (Thomas Kaspar)
23.07.2017: “Ich bin die Tür” (Wolfgang Hutter)
30.07.2017: “Ich bin der gute Hirte” (Martin Ulmer)
06.08.2017: “Ich bin die Auferstehung und das Leben” (Wolfgang Hutter)
13.08.2017: “Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben” (Bobo Stevic)
20.08.2017: “Ich bin der wahre Weinstock” (Wolfgang Hutter)